Fürchte dich ruhig!

Gerade heute Morgen habe ich mit meiner Partnerin über verdrängte Gefühle gesprochen und wie es mir geholfen hat in meiner Therapie zu meinen Gefühlen zu stehen. Und wie mein Leben wieder reicher geworden ist nachdem ich nicht nur Wut, Zorn und Trauer fühlen konnte, sondern auch die Freude ganz neu empfinden. Danke für diese Aspekte zum Umgang mit der Angst. Ich finde, dass wir in einer Zeit leben, in der man sich zurecht wohl fürchten kann. Und die Schritte, die du da beschreibst, sind sehr hilfreich.

Nachtrag: Die Angst zulassen, sich einzugestehen und dann die Zusage zu hören „Fürchte Dich nicht!“ ist für mich kein Widerspruch.

marthori

„Fürchte dich nicht!“ ist das Billy-Regal unter den Bibel-Zitaten. Und in der Corona-Pandemie ist es die Lieblingsphrase von kirchlichem Personal. Antje Schrupp hat diesen Satz zu ihrem persönlichen Unwort des Jahres gekürt.

Als Zuspruch finde ich diesen Satz wirklich ärgerlich – und nicht erst, wenn er geballt vorkommt, sondern auch schon in kleineren Dosen. Der Zuspruch ist gut gemeint, sicherlich. Aber er zeugt vor allem von einer mangelnenden Kenntnis über Gefühle. „Fürchte dich nicht!“ wirkt weise und seelsorgerlich. Aber es ist eine banale Phrase, die genau da Gegenteil von Seelsorge ist.

Gefühle lassen sich nicht durch Appell ändern. Auch wenn der Appell sanft formuliert und liebevoll gemeint ist. Gefühle stellen sich weder ein, noch lassen sie sich abstellen, wenn man sie dazu auffordert: „Nun freu dich mal!“, „Sei nicht so wütend!“, „Du musst nicht traurig…

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2 Kommentare zu „Fürchte dich ruhig!

  1. „Unwort des Jahres“?,
    „Billy-Regal unter den Bibel-Zitaten“?
    „Lieblingsphrase von kirchlichem Personal“?
    Von welchem „Fürchte dich nicht“ ist hier die Rede?
    Es heißt dass es ca 365x in der Bibel vorkommt.
    Heute morgen habe ich zufällig in meiner Bibellese gelesen:
    “ Ich bin der Herr dein Gott, der deine rechte Hand ergreift und spricht: fürchte dich nicht“ und dann weiter bei Jesaja: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott“
    Oder welches „Fürchte dich nicht“ wird hier gemeint?
    Ich sehe nirgends, dass hier von kirchlichem Personal gesprochen wird sondern von Gott unserem Vater persönlich. Ich bin froh um die feste Hand die mir versprochen wird und froh um die Standhaftigkeit die er mir möglich macht (weiche nicht)
    Und wenn Gottes Zuspruch, mich „nicht fürchten zu müssen „, ein Unwort, Billyregal oder Lieblingsphrase ist, dann nehme ich es dankend an und würde mich niemals schämen , diesen Zuspruch Gottes anderen weiter zu geben.
    Es grüßt euch
    Peter Kneer

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    1. Danke für Deinen Kommentar. Für mich gilt beides: Das sich Eingestehen der eigenen Angst und der Zuspruch „Fürchte Dich nicht!“ der mich stärkt und beflügelt.

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