Gut vorbereitet sein – oder: Adventszeit als Vorbereitungszeit nutzen

Jan Frerichs schreibt in seinem Seelenfutter am 1. Advent:

„Der Advent ist immer schon auch mit endzeitlichen Vorstellungen verbunden, denn am Ende der Zeit kommt nach jüdischer Überlieferung der Messias und bringt den umfassenden Frieden, und nach christlicher Überlieferung ist Jesus der Christus. Auf den ersten Blick erscheint diese Thematik etwas antiquiert.

Aber die Angst vor der Apokalypse ist weiter verbreitet, als man annehmen möchte.

Nicht wenige Menschen stecken heutzutage viel Zeit und Geld in die Frage, wie sie nach einem befürchteten totalen Systemcrash ihr Überleben sichern. Man nennt sie auch Prepper – vom Wort preparieren, vorbereiten. Sie bunkern Lebensmittel, Kleidung und besorgen sich Geräte, die ohne Elektrizität funktionieren – für den Fall, dass der Strom ausfällt.

Die Logik dahinter kann ich besser nachvollziehen als den ebenso verbreiteten Versuch, für den Krisenfall in Gold zu investieren, das ja als »sichere« Vermögensanlage gilt. Es gibt in der Tat nicht viel davon und es ist recht hübsch, aber ansonsten ist Gold an sich zu gar nichts nütze. 

Hinter all diesen Überlegungen steckt die Grundfrage: Was sichert mein und unser Überleben? Was brauche ich, was brauchen wir wirklich? Ich finde es bezeichnend, dass bei diesem Thema rund um den Umgang mit einem denkbaren Crash selten das Wort Solidarität fällt. Dabei sehen wir in der Coronakrise im Moment auch, wie wichtig dieses Thema ist.

Und Solidarität würde voraussetzen, dass wir eine Gemeinschaft kultivieren, in der jeder und jede Einzelne einen Platz und eine Stimme hat und weiß, welchen Beitrag er oder sie leistet und leisten kann.

Ich habe den Eindruck, dass genau dort ein Defizit herrscht. Viele fühlen sich abgehängt und ausgeschlossen aus der Gesellschaft. Da sehe ich einen Grund für Verweigerung und Radikalisierung.

Museumsdorf Kiekeberg bei Hamburg

So betrachtet ist die Arbeit, die wir (ich bin als ehrenamtlicher Mitarbeiter dabei) bei barfuß+wild tun, keine spirituelle Wellness – eben kein goldschimmerndes Extravergnügen, das eigentlich niemandem etwas bringt.

Wer mit uns in Seminaren und Auszeiten unterwegs ist, arbeitet an so etwas wie einer Selbstvergewisserung, die die Grundlage für solidarisches und verantwortliches Handeln ist. Es geht darum, den eigenen Platz zu finden, und das eigene Potenzial, die eigene Gabe in die Welt zu bringen.

Mein Herz schlägt höher, wenn ich an diese wunderbare Gemeinschaft denke, die hier (online und offline) entstanden ist. An all die Menschen, die in Seminaren und Auszeiten letztlich auf dem inneren Ackerland arbeiten, um Frucht zu bringen.

Jan schreibt weiter: Schön, dass Ihr alle da seid! Und ich freue mich darauf, mit Euch durch den Advent zu gehen, der auch so eine Zeit der Vergewisserung ist“:

Was ist wirklich wesentlich?

Beitrag von Jan Frerichs am 28.11.2021

Abonniere das Seelenfutter https://seelenfutter.barfuss-und-wild.de/

Ein Kommentar zu „Gut vorbereitet sein – oder: Adventszeit als Vorbereitungszeit nutzen

  1. Gut geschrieben, lieber Peter. Dein Text ist die perfekte Vorlage (Fussball-Metapher) für das Evangelium! Bitte schreib doch weiter! Liebe Grüsse aus der Schweiz. Daniel

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